Familien-
aufzucht
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Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2011
Unsere Philosophie der Familienaufzucht
Die Welpen werden geboren.
Die Mutter braucht zur Geburt in ersten Linie Ruhe. Bisher
waren alle meine Hündinnen froh wenn ich sie damit nicht allein gelassen habe.
So rede ich der werdenden Mutter gut zu oder helfe auch
schon mal beim Auspacken und Abnabeln der Welpen.
Danach sorge ich für ein sauberes Welpenlager und kontrolliere die Atmung, das Gewicht und das Geschlecht der Neugeborenen.
Ich informiere den Zuchtwart über die Geburt der Welpen. Dieser wird in den nächsten Tagen zu uns kommen und den Wurf in Augenschein nehmen. Die Wurfmeldung geht dann zum Klub für Terrier.
Ich kontrolliere täglich das Gewicht und die Vitalität jedes
einzelnen Welpen. Somit gewöhnen sich die Babys vom ersten Tag daran angefasst
zu werden und erkennen mich an meinen Geruch. Ihr Tastsinn und ihr Geruchssinn
sind für sie überlebenswichtig. Denn nur so können sie ihre Nahrung an den
Zitzen ihrer Mutter finden.
Die Welpen werden vorsichtig und langsam aufgenommen. Keine
schnellen Bewegungen und keine lauten Geräusche sollen sie verunsichern oder
gar erschrecken.
Da die Welpen bei uns im Wohnzimmer sind, achte ich
weiterhin auf Ruhe und halte die anderen Rudelmitglieder noch auf Abstand.
Bis zum 10. Lebenstag sind die Babys blind und taub.
Dann öffnen sich die Augen und Ohren.
Ab dem Zeitpunkt, wo sie anfangen zu hören und zu sehen,
bekommen sie immer mehr von unserem Familienleben mit.
Mit 2-3 Wochen fangen sie an Laufen zu lernen. Vorher
sind sie kreisend voran gerobbt. Jetzt versuchen sie zu laufen indem sie ihren
Körper hochstemmen. Das klappt anfangs noch nicht perfekt, so geht mal der Kopf
mal nur der Popo hoch. Und sie fallen auch noch häufig
um.
Die Babys trainieren aber hart und innerhalb von ein paar
Tagen sieht das Laufen schon recht gut aus.
Ab der 3. Lebenswoche lasse ich täglich eine
Geräusche CD mit Glocken, Menschen im Bahnhof, Schulen, Autos Feuerwerk usw.
laufen.
Langsam sehen sie aus wie Border und bewegen sich schon
recht gut.
Sie können sogar schon „bellen“.
Sie lernen nach und nach alle Menschen und Tiere unserer
Familie kennen und werden mehrmals am Tag auf den Arm genommen und gestreichelt
und beschmust.
Nun kommen auch schon die ersten Besucher und die Babys sind
voller Tatendrang. Zu fressen gibt es nun schon Welpenbrei und Rinderhack.
Sobald ich beginne den Welpen zur Muttermilch etwas dazu zu
füttern
beginnt auch das Toilettentraining.
Morgens um 5 Uhr und abends um 24 Uhr, und zwischendurch
natürlich auch, gehen die Welpen nach draußen um sich zu lösen (auch bei
schlechtem Wetter). Wenn das Wetter es zulässt sind die Babys jetzt auch
stundenweise im Garten.
Bin ich auch draußen, spielen sie frei und erkunden den
großen Garten und die hier lebenden Tiere wie Pferde, Ziegen, Schafe, Hühner,
die anderen erwachsenen Hunde und unsere Katzen. Sie lernen verschiedene
Untergründe kennen, das Bällebad, Wasser, Regen, viele Klettermöglichkeiten und
tolle Verstecke.
Habe ich im Haus zu tun sind sie draußen in einem
gesicherten Gehege.
Abends geht es aber immer wieder ins Wohnzimmer zurück. Dies
ist eine wirklich spannende Zeit. Ich lerne die verschiedenen Charaktere der
Babys immer besser kennen (vom Großmaul bis zum Gänseblümchen).
5. Lebenswoche
Die Bande lernt Kommandos wie „komm“, „nein“ und ihre Namen.
6. Lebenswoche
Ab der 6. Woche lernen sie das Autofahren. Täglich nehme ich
sie mit, wenn ich meine Kinder vom Bus hole (5-8 Min.).
Stundenweise bekommen sie nun auch Halsbänder um.
Die Bänder nehme ich aber nach 1-2 Stunden immer wieder ab.
Auch meine erwachsenen Hunde tragen nur auf den
Spaziergängen ein Halsband oder Geschirr.
Die Babys haben in ihrem Stubenauslauf zur Nacht Schlafboxen
stehen. Anfangs schlafen sie wie sie wollen. Nach und nach schlafen sie zuerst
zu dritt, dann zu zweit und eine Woche bevor sie umziehen schläft jeder in
seiner Box, mit seinem Kuscheltier.
Zum Ende der 6. Woche besuchen wir im Rudel unseren
Tierarzt. Natürliche nur zum Gucken und Leckerchen abholen. Jeder darf einmal
auf den Behandlungstisch und wird dann reich belohnt.
7.-8. Lebenswoche
Alles wird im Spiel geübt und als Verhalten verfestigt.
Der Border ist ein sehr selbstbewusster Hund. Und so kann es
sein dass so ein kleiner Rabauke uns Menschen mal sagen will „Das will ich
nicht, und schon gar nicht jetzt“.
Er knurrt und packt eventuell auch um sich.
Nicht erschrecken, das ist keine Bestie. Er sagt mit seinen
Möglichkeiten dass er eine andere Vorstellung von dem hat was er jetzt tun
möchte.
Wir sind nun gefordert ihm angemessen zu entgegnen.
Ruhig und konsequent sagen wir ihm, dass wie dieses
Verhalten nicht akzeptieren.
„LASS DAS!“ oder „NEIN!“. Das wären mögliche Kommandos.
Danach drehen wir uns weg und beachten ihn nicht mehr.
Wichtig ist, dass allen Beteiligten klar ist, dies ist kein
Spiel.
Also – konsequent und ernst bleiben.
Nicht ungehalten oder laut und niemals nachtragend
sein.
Wichtig ist es richtiges Verhalten durch Lob zu fördern.
Sie merken, es geht schon um die Erziehung unseres neuen Familienmitgliedes.
Die richtige Erziehung von Anfang an erspart viel, viel Zeit
für die Korrektur.
8. Lebenswoche
Die Welpen besuchen nochmals den Tierarzt. Dieses Mal
bekommen sie die ersten Impfungen und werden gechipt.
Ein paar Tage später kommt der Zuchtwart nochmals und sieht
sich jeden Welpen ganz genau an.
Er überprüft den Chip und dokumentiert alles genauestens für
den
Zuchtverband. Für Border-Terrier ist das der Klub für
Terrier.
Dann können die Welpen umziehen in ihr neues Rudel.
Nun schläft jeder Welpe in seiner Box mit seinem Teddy.
Diese Höhle zieht mit ihm um und gibt dem Hund Sicherheit.
Auch wenn ich bei jedem einzelnen der kleinen
Welpenpersönlichkeiten traurig bin wenn sie gehen, so weiß ich doch, dass ich
eine so intensive Betreuung und Förderung wie es ein jeder Hund benötigt, nicht
leisten kann.
Ich habe mir alle Welpenkäufer genauestens angesehen und
mehrfach mit ihnen gesprochen. Ihnen wurde von mir klar gemacht welche
Verantwortung sie mit einem Welpen übernehmen. Erst wenn ich davon überzeugt
bin dass alles passt und stimmig ist, bin ich mit dem Umzug einverstanden.
Zum Abschied bekommt jedes Baby noch einen Speiseplan und
Futter für die ersten 14 Tage mit auf den Weg. Eine eventuelle Umstellung des
Futters sollte erst nach der Eingewöhnungszeit des Welpen geschehen.
Auf die Rückmeldungen der neuen Besitzer freue ich mich
immer besonders. Zu hören die Babys sind gut angekommen, untersuchen schon
alles und sind in ein paar Tagen schon fast ZUHAUSE.
Wenn die jungen Hunde dann das erste Mal getrimmt werden
müssen
übernehme ich das gern und beim ersten Mal auch kostenlos.
Den neuen Besitzern erkläre ich dann wie getrimmt wird und worauf sie zu achten
haben.
Ich hoffe Sie haben einen kleinen Einblick in die ersten
8-10 Wochen
eines Welpen bekommen.
Mein Tipp zum Schluss:
Bevor Sie sich einen jungen Hund ins Haus holen, der Sie 15
Jahre ihres Lebens begleitet, schauen Sie sich vorher genau an wie gut der
Welpe sozialisiert ist.